Nach der Schlusssirene kannte der Jubel der Falken keine Grenzen: Marcel Melicherciks Tor wurde im Siegestaumel gestürmt.

Rückblick auf eine durchwachsene Hauptrunde

Mehr als erfreulich endete die Hauptrunde der DEL2-Spielzeit 2017/2018 mit einem Sechs-Punkte-Wochenende nach Siegen zuhause gegen die Löwen Frankfurt und auswärts bei unseren mitteldeutschen Sportfreunden aus Crimmitschau. Dieser versöhnliche Schlussakkord darf allerdings nicht über eine Hauptrunde im Achterbahnmodus hinwegtäuschen. Nach einem veritablen Katastrophenstart im ersten Viertel der Saison rappelten sich die Heilbronner Kufenflitzer auf. Höhepunkt zum Jahreswechsel die drei Heimsiege gegen die letzten drei DEL2-Meister. Da durfte der geplagte HEC-Anhänger schon von der direkten Qualifiation zu den Meisterschaftsspielen träumen. Genauso steil wie der scheinbare Aufstieg der Unterländer Puckjäger zur alten Stärke erfolgte dann die Ernüchterung im Lager der Falken. Gegen keines der Kellerkinder aus Bayreuth und Tölz wurden zuhause drei Punkte eingefahren. Gegen Ravensburg setzte es im Kampf um eine bessere Platzierung erneut eine bittere Heimniederlage. Dass alle Punkte gegen Riessersee abgegeben wurden, muss gar nicht mehr erwähnt werden. Wir Unterländer wurden also wieder auf Platz 10 durchgereicht. Teilweise war sogar die Qualifikation zu den Meisterschaftsspielen gefährdet. Freiburg kam gefährlich nahe heran. Doch das Punktepolster reichte und mit dem Schlussspurt am letzten Spieltagwochenende katapultierte sich der Falkentross noch auf Platz 9. Zu Euphorie besteht ungeachtet dessen kein Anlass. Nach vier absolut unterirdischen Spielzeiten erreichten die Falken im fünften Spieljahr ihr Minimalziel. Mehr nicht!

Positionsglück verhilft zu Lieblingsgegner Dresden in der Qualifikation

Aufgrund der erzielten Platzierung durften die Falken gegen den Lieblingsgegner aus dem Elbflorenz antreten. Alle vier Hauptrundenspiel entschieden die Falken bekanntlich für sich. Am 6. März schienen die an diesem Tag völlig zahnlosen Eislöwen schon vor Spielbeginn die weiße Fahne gehisst zu haben. Genauso wie deren Anhängerschaft. Nur etwas mehr als kümmerliche 1.300 Männeken fanden sich zum entscheidenden Spiel im Dresdner Eisstadion ein: Minuskulisse. Sang- und klanglos gingen die Gastgeber nach zwei Falken-Toren bereits im ersten Drittel unter. Mit 0:3 mussten die vermeintlichen Löwen wie geprügelte Hunde vom eigenen Eis schleichen. Nur im letzten Drittel nahmen die Dresdner drn Charakter der Entscheidungsspiele an.

Herzschlagfinal-Sieg gegen Dresden beschert den Falken ein Viertelfinal-Derby gegen die Pseudo-“Stählernen”

Justin Kirsch abermals. Wie immer. Mit seinem fulminanten Schlagschuss ließ er den Falkenanhang zehn Sekunden vor Schluss in unbeschreiblichen Jubel ausbrechen. Vier zu drei für die Falken hieß es in einem dramatischen Spiel, in dem die Falken zwar immer in Führung gingen, die Dresdner aber mit gr0ßer Moral jeweils egalisieren konnten. Und damit  ihren Anhang versöhnen. Ohne Falkenbrille muss gesagt werden, dass die Gäste aus dem Elbflorenz teilweise die besseren Chancen hatten. Die Leistungsträger der Saison – Alderson mit einem wunderschönen Handgelenkschuss zum 3:2 – hielten die Unterländer auf der Siegesspur. Justin Kirsch in Überzahl brachte den späten Falkensieg. Garant des Sieges einmal mehr unser herausragender Torhüter Marcel Melichercik.

Crimmitschau verhilft den Falken zum Duell mit dem Hassgegner Ludwigsburg-Nord

Mit dem Einzug ins Viertelfinale um die DEL2-Meisterschaft wurde ein Tacken mehr als das Minimalziel erreicht. Fraglos. Nun beschert die Tabellenkonstellation den Unterländern ein Viertelfinal-Derby gegen die verhassten “Stählernen” aus dem Ellental. Das haben die über vier Jahre hinweg gepeinigten Falken-Anhänger freilich auch mehr als verdient. Folgerichtig gab es bei den Heilbronner Eishockeyfreunden nach der Siegesfeier vor Ort am Europaplatz in den umliegenden Kneipen der Neckarstadt kein Halten mehr. In Vorfreunde wurden die üblichen Schmähgesänge auf die Konkurrenten aus dem Raum Ludwigsburg angestimmt. Heiße und emotionale Derbys scheinen damit vorprogrammiert. Auf dem Papier ist Bietigheim klarer Favorit. Aber man wird ja noch träumen dürfen im Lager der Falken.

 

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