Im Bild: Vor dem Anpfiff war die Falkenwelt noch in Ordnung!

Der gefühlte Zweite ist tatsächlich nur Neunter

Vor Spielbeginn am vergangenen Freitag, 12. Januar 2018, schien noch alles klar. Alle Zeichen waren auf Sieg gestellt. Eigentlich. Was dann folgte, war ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Falken-Zeiten. Eine desolate Darbietung. Pomadiges Pirouettenlaufen lustloser Akteure im HEC-Trikot. Ursachenanalyse: Gefühlt sind die Falken nach eigener Auffassung Zweiter – nur ganz knapp hinter Ludwigsburg-Nord. Die letzten drei überzeugenden Heimspiele gegen drei ehemalige DEL2-Meister haben die Mannschaft ganz offensichtlich in diesem Gefühl bestärkt. Wohl zu sehr! Nach kürzester Zeit hat sich aber offensichtlich Patina über den Ruhm der jüngsten Vergangenheit gebildet. Fakt ist: Die Falken waren und sind nur 9. (in Worten: Neunter!) – vor und nach der peinlichen Heimpleite gegen die wackeren Tölzer! Es war ein Spiel des Tabellenneunten gegen den Tabellenvorletzten, nicht des Tabellenzweiten gegen ein Kellerkind der Liga. Und die Heilbronner Kufenflitzer spielten auch wie ein Tabellenneunter! Potential – nach Eigenanschau und Expertenmeinung zweifellos vorhanden – ist das Eine. Was zählt, ist frei nach Otto Rehagel aber “auf’m Eis”!

3:0-Führung im eigenen Stadion leichtfertig verspielt

Trotz fahrigen Spiels, leichtfertiger Puckverluste und Alibi-Zweikampfführung kamen die Falken u.a. durch zwei Überzahltore zunächst zu einer ungefährdet scheinenden 3:0-Führung. 1:0 hieß es nach dem ersten Drittel. Kurz nach der Drittelpause folgte das 2:0. Mit dem 3:0 von Gelke schien die Partie gelaufen. Gegen zwar engagierte, aber biedere Tölzer Löwen sollte eine mehr als mittelmäßige Leistung dann ja wohl doch reichen, dachte man wohl im Falkenlager. Die klare Führung aber ließ die Unterländer Puckjäger gänzlich vom Eis abheben. Kein Zugriff mehr. Keine erkennbare Defensivarbeit mehr, die den Namen verdient. Man ließ Marcel Melichercik ein ums andere Mal sträflich allein. Der wehrte sich nach Kräften, war aber bei Einschüssen gänzlich frei stehender Gästeakteure aus kürzester Distanz machtlos. Wie eine Seuche kamen die Tölzer nach und nach über die Falkenspieler. Der Fehlerteufel schlich sich ein. Und offensichtliche Überheblichheit. Tor um Tor schlossen die Gäste auf. Bereits in der 29. der Anschlusstreffer. Eine drittelübergreifende 2+2-Strafe ermöglichte den Gästen, angetrieben vom überragenden Schlager, den Anschlusstreffer kurz vor der zweiten Pausensirene und gleich nach Beginn des Schlussdrittels den Ausgleich. Erneut in Überzahl gegen gänzlich desorientierte Falken die Führung der Tölzer. Gegen die kopflos anrennenden Unterländer Puckakteure hatten die Löwen aus dem tiefen Süden wenig Mühe, die Führung zum verdienten Sieg über die Runden zu bringen. Indiskutabel, HEC! Das Fehlen von Maylan, Ross und Heatley, dazu noch kurzfristig Palka keine Entschuldigung.

‘Sechs-Punkte-Spiel’ gegen Ravensburg

Nun rangiert man im Falkenlager nur noch einen winzigen Punkt vor den roten Teufeln aus Bad Nauheim auf Platz 9. Abstand zu Platz 11 derzeit neun Punkte. Ein Polster fraglos, aber keines, auf dem man sich ausruhen darf. Und der beinharte Kampf um die Playoff-Plätze spitzt sich zu. Am heutigen Sonntag, den 14. Januar, geht es gegen die Ravensburg Towerstars. Gegen die mit sechs Punkte Vorsprung auf Platz 6 positionierten Oberschwaben gilt es nun, die Scharte der deprmierenden Heimpleite gegen Tölz auszuwetzen. Ein ‘Sechs-Punkte-Spiel’!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.