Falken schießen die “Roten Teufel” mit 7:3 aus der Halle

Treuen-Auswärtsfahrt nach Ravensburg : Erneute Niederlage mit drei Toren Unterschied

Am historischen 500. Reformationstag machten sich 50 Entschlossene auf nach Ravensburg. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Heilbronner Kufenflitzer ähnlich entschlossen Eishockey gespielt hätten, wie die Puckenthusiasten im Treuen-Bus nach der Bierflasche griffen. Der Gerstensaft floss in Strömen und gut gelaunt gelangte man zum schmucken Stadion im südlichen Oberschwaben. Mit Leon Frensel im Tor und umgestellten Angriffsreihen sollten die Punkte ins Unterland entführt werden. Es kam – wie so häufig – anders. Nach jeweiligem Ein-Tore-Rückstand konnten die Falken jeweils egalisieren, gingen sogar im zweiten Drittel mit 2:3 in Führung. Allein nach einem 3:3 zum letzten Pausentee gingen die HEC-Kufencracks abermals unter und lieferten ein letztes Drittel ab, wie es der geplagte Falkenfan leider auxch in dieser Saison regelmäßig erdulden muss. Viele Strafzeiten und eine 6:3-Auswärtsniederlage – mit diesem schweren Gepäck trat man auf Seiten der Treuen die Heimfahrt an. Ein Glück, dass es ausreichend flüssige Trostpflaster im Bus gab!

Fanboykott auf Initiative von Inferno gegen die “Roten Teufel” aus Bad Nauheim

Es musste etwas passieren. Also entschloss man sich in den Reihen der juvenilen “Infernos” zur Verweigerung der Unterstützung der Mannschaft. Leider gab es keinerlei Rücksprache mit dem ältesten und bedeutendsten Heilbronner Fanclub, mit uns Treuen. Ärgerlich, dass sich Inferno als Sprachrohr und Alleinvertretungsinstanz der “aktiven Fanszene” aufspielte. Insofern musste am Freitag Abend vor Ort von den anwesenden Treuen das Vorgehen abgestimmt werden. Um nach außen hin ein Zeichen der Geschlossenheit zu setzen, schlossen sich auch die Treuen dem Supportboykott an. Die riesigen Schwenkfahnen blieben diesmal unausgerollt. Und es blieb von Seiten aller Heilbronner Fans auch noch nach Spielbeginn ruhig wie bei einer Trauerfeier. Es herrschte absolute Stille auch bei den treuesten der treuen Fans des Heilbronner Eishockeys, die sich am Freitag, den 03. November, noch bei den Falkencracks einfanden.

Überraschende Spielwende nach 0:2-Rückstand gegen die “Roten Teufel”

Trotz des offensichtlichen Zeichens von den Rängen ging es zunächst auf dem Eis so erbärmlich weiter wie eh und je. Verunsichert, ohne Biss, lag man zum ersten Drittel mit 0:2 zurück. Die Nauheimer hätten unseren desolaten Spielern eigentlich fünf ‘Kisten’ bis zur ersten Pause einschenken müssen, taten es aber nicht – und das sollte sich noch bitter für die Gäste rächen. Die Zuschauer waren schon unruhig, es setzte hämischen Beifall nach amateurhaften Patzern der eigenen Mannschaft. Doch dann bauten die “Roten Teufel” mit ihrer laschen Spielweise die Unterländer auf. Die Falken kamen auf 1:2 heran und eglisierten gar das Spielergebnis mit einem grandios verwandelten Penalty durch Marcus Götz. Zwar lag man bald wieder mit 2:3 zurück, aber das sollte es dann an diesem Tag gewesen sein für die Gäste aus dem Wetteraukreis. Mit 3:3 ging es ins Schlussdrittel. Was dann passierte, ließ alle Falkenanhänger verwundert die Augen reiben. Waren die Falken ab dem zweiten Drittel endlich wieder läuferisch und kämpferisch präsent, sollten sie im Schlussdrittel furios aufdrehen. Nachwuchsspieler Patrick Kurz war es vergönnt, an diesem Tage einen Doppelpack zu schnüren. Traf er bereits im zweiten Drittel zum nicht zuletzt psychologisch wichtigen Ausgleich im zweiten Drittel, so durfte er den Schlusspunkt zum 7:3-Heimsieg setzen. Das dankbare Publikum konnte vorerst versöhnt werden. Die Mannschaft klatschte mit ihren treuesten Fans nach Spielende ab und der Stadionsprecher bedankte sich für die großartige Unterstützung der Falken beim Auswärstspiel in Ravensburg. Die Wogen zwischen Manschaft und Anhängerschaft scheinen also geglättet. Zumindest vorerst.

Trotz erstem Heimsieg: Vor dem Kaufbeurenspiel bereits sieben Punkte Rückstand auf Platz zehn

Es dauerte also bis zum 15. Spieltag, bis sich endlich der erste Heimsieg einstellen sollte. Allein: Gegen Kaufbeuren muss nachgelegt werden, denn bis zum angestrebten Pre-Playoff-Platz sind es bereits sieben Punkte Rückstand. Jetzt darf der Kontakt nicht abreißen, denn dann wäre es bereits die fünfte Saison in Folge eine Spielzeit zum Vergessen für die dankbaren Anhänger der Heilbronner Falken. Aber man sollte von Seiten der Manschaft und des Betreuerstabes die Geduld der Falken-Fans nicht überbeanspruchen. Wir Treuen sehen den Fanboykott gegen Bad Nauheim als eine letzte Warnung an. Wir erwarten, dass die Mannschaft diese Warnung auch verstanden hat.

Mannschaft des HEC hat es offensichtlich verstanden: Sechserpack vor der Deutschland-Cup-Pause

Im Allgäu schafften die Heilbronner Falken endlich den erhofften Befreiungsschlag. Nach dem Brustlöser im letzten Drittel gegen die “Roten Teufel” machten die Heilbronner Kufenflitzer den ersten Sechserpack – abermals in einem furiosen letzten Drittel – in den altehrwürdigen Kaufbeurer-Eislaufhallen klar. Endlich mit vier Sturmreihen konnte aufgedreht werden. Nach einem torlosen ersten Drittel gingen die Hausherren zwar in der 21. Spielminute in Führung, die Falken können aber ausgleichen. Das fehlende bisherige Spielglück verhilft den Falken dabei zu einem glücklichen Unentschieden gegen die Gastgeber, bei denen das 2:0 lange in der Luft war. Allein es fiel nicht. Trotz anfänglicher Unterzahl ist auch das letzte Drittel im Allgäu ein Falkendrittel. Diesmal bärenstark: Andrew Hare. Einer der Garanten des Sieges an diesem Sonntag im Regierungsbezirk Schwaben. Nach dem wichtigen 1:2 durch Heatley und dem 1:3 in doppelter Überzahlt lassen die Falken an diesem Tag nichts mehr anbrennen. 1:4 steht es am Ende. Ein grandioses Wochenende für die Heilbronner Falken. Wer hätte das nach dem ersten Drittel gegen Bad Nauheim gedacht?

 

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